Mandantenbrief Sonderausgabe Häusliches Arbeitszimmer 2016

Sonderausgabe zum (häuslichen) Arbeitszimmer Für alle Steuerpflichtigen Alles Wichtige zum Kostenabzug für ein (häusliches) Arbeitszimmer |  Das (häusliche) Arbeitszimmer ist ein Dauerbrenner im Einkommensteuerrecht. Denn zu kaum einem Thema gibt es so viel Rechtsprechung – und ein Ende ist nicht in Sicht, wie die zahlreichen anhängigen Verfahren zeigen. Dabei geht es im Kern immer um die Frage, ob die Aufwendungen voll abziehbar sind, nur zum Teil oder gar nicht. | 1. Grundsätze Zunächst ist festzuhalten, dass die als Arbeitsmittel zu qualifizierenden Ge- genstände (z. B. Computer, Akten- schränke, Regale) nicht von den Ab- zugsbeschränkungen betroffen sind. Bei den eigentlichen Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer (Miete, Energiekosten etc.) ist wie folgt zu un- terscheiden: • • Die Kosten für ein häusliches Ar- beitszimmer sind grundsätzlich nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abzugsfähig . • • Stellt das Arbeitszimmer jedoch den Mittelpunkt der gesamten be- trieblichen und beruflichen Betäti- gung dar, besteht keine Abzugsbe- schränkung. • • Bildet das Arbeitszimmer zwar nicht den Mittelpunkt der Betäti- gung, steht aber für die betriebli- che oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfü- gung, sind Kosten bis 1.250 EUR abziehbar. 2. Abgrenzungskriterien Liegt jedoch ein außerhäusliches Ar- beitszimmer oder eine (häusliche) Betriebsstätte vor, sind die Kosten in voller Höhe abzugsfähig. Auf den Tätig- keitsmittelpunkt oder einen weiteren Arbeitsplatz kommt es nicht an. Hier ist wie folgt abzugrenzen: Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs ist das häusliche Ar- beitszimmer ein Raum, der in die häus- liche Sphäre des Steuerpflichtigen ein- gebunden ist und vorwiegend der Erledi- gung gedanklicher, schriftlicher oder verwaltungstechnischer Arbeiten dient (so z. B. BFH 26.3.2009, Az. VI R 15/07). Der Nutzung entsprechend ist das häus- liche Arbeitszimmer typischerweise mit Büromöbeln eingerichtet, wobei der Schreibtisch regelmäßig das zentrale Möbelstück darstellt. In die häusliche Sphäre eingebunden ist ein solches Arbeitszimmer regelmäßig nur, wenn es sich in einem Raum befin- det, der zur privat genutzten Wohnung oder zum Wohnhaus des Steuerpflichti- gen einschließlich der Zubehörräume (wie Abstell-, Keller- und Speicherräu- me) gehört. Ein Büroraum, der einem nicht unwe- sentlichen Publikumsverkehr unter- liegt, ist seiner Funktion nach kein häus- liches Arbeitszimmer (BFH 14.1.2004, Az. VI R 55/03). Räumlichkeiten, die ihrer Ausstattung und Funktion nach nicht ei- nem Büro entsprechen (z. B. Lager, Werkstatt, Arztpraxis), sind auch dann nicht dem Typus des häuslichen Ar- beitszimmers zuzuordnen, wenn sie ih- rer Lage nach mit dem Wohnraum des Steuerpflichtigen verbunden sind (BFH 26.3.2009, Az. VI R 15/07). 3. Anderer Arbeitsplatz Ein anderer Arbeitsplatz i. S. dieser Vorschrift ist grundsätzlich jeder Ar- beitsplatz, der zur Erledigung büromä- ßiger Arbeiten geeignet ist. Ein eigener, räumlich abgeschlossener Arbeitsbe- reich ist nicht erforderlich. 01 | 2016 Inhaltsübersicht 1. Grundsätze 2. Abgrenzungskriterien 3. Anderer Arbeitsplatz 4. Mittelpunkt der betriebli- chen/beruflichen Tätigkeit 5. Umbaukosten am Gebäude 6. Keine Verdopplung des Höchstbetrags 6.1 Zwei parallel genutzte Arbeitszimmer 6.2 Höchstbetrag nicht einkünftebezogen 6.3 Gemeinschaftliche Nutzung 7. Arbeitszimmer bei Vermietungseinkünften 8. Nur teilweise beruflich genutzte Arbeitszimmer 9. Häusliches Arbeits­ zimmer als Steuerfalle 9.1 Arbeitszimmer im Betriebsvermögen 9.2 Privates Veräuße- rungsgeschäft 10. Schaubild Seite 1 Seite 1 Seite 1 Seite 2 Seite 2 Seite 2 Seite 2 Seite 2 Seite 3 Seite 3 Seite 3 Seite 3 Seite 4 Ein Poolarbeitsplatz ist nur dann ein anderer Arbeitsplatz, wenn ihn der Steuerpflichtige in dem konkret erfor- derlichen Umfang und in der konkret erforderlichen Art und Weise tatsäch- lich nutzen kann (BFH 26.2.2014, Az. VI R 37/13). Eine jederzeitige Zugriffsmög- lichkeit ist zwar nicht erforderlich, es muss aber gewährleistet sein, dass der Arbeitnehmer seine beruflichen Tätig- keiten in dem konkret erforderlichen Umfang dort erledigen kann.

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